Wie aktuell ist NLP?

Jede Methode hat ihre Zeit, und jedes Modell ist Moden ausgesetzt. Wie sieht es aus mit NLP? Ist es nach über vierzig Jahren noch aktuell? Vier Entwicklungstrends können verdeutlichen, wie leistungsstark das NLP-Modell nach wie vor ist: Die Neurobiologie-Forschung, das systemische Denken in Coaching und Consulting, die Positive Psychologie und der durch den digitalen Wandel beförderte Trend zu New Work.

Schauen wir zunächst auf die Neurobiologie, die in den letzten Jahren, insbesondere im Rahmen der Embodiment-Forschung, stark dazu beigetragen hat, den verkörperten Charakter der Kommunikation besser zu erkennen und zu verstehen. NLP erweist sich hier gemeinsam mit der Hypnose nach Milton Erickson als wegweisend. Denn mit den Konzepten Kalibrieren, Pacen, Leaden und Rapport hat es die Körpersprache zur Basis seiner Kommunikationsmethode gemacht.

Die neurobiologische Forschung konnte außerdem beweisen, wie wichtig die Sinnes- und Wahrnehmungsschulung für Veränderungsarbeit ist. Mit VAKOG hat das NLP genau dieses Sinnestraining in den Mittelpunkt der Methode gestellt, wenn auch das Modewort für bewusste Wahrnehmung inzwischen nicht VAKOG, sondern Achtsamkeit heißt. Der Leitsatz der modernen Neurobiologie zur Plastizität, sprich: andauernden Veränderbarkeit des Gehirns, spiegelt sich im NLP in der Überzeugung wider, das Menschen nicht durch charakterliche Merkmale, traits, festgelegt sind. Stattdessen erzeugen sie Zustände, sogenannte states, die jederzeit veränderbar sind. Menschen sind wandelbar, auch wenn dieser Wandel sich nicht über Nacht vollzieht.

Wie aktuell die Orientierung des NLP am intrasystemischen Konzept ist, zeigt sich in Coaching und Consulting. NLP hat sehr früh die Position des inzwischen auch neurobiologisch untermauerten konstruktivistischen Prinzips eingenommen, dass das, was wir als Realität bezeichnen, als ein subjektives Konstrukt unseres Geistes verstanden werden muss. Veränderung ist daher in erster Linie eine Veränderung der inneren Landkarte. NLP schult die Fähigkeit zum Selbstmanagement und ist getragen vom Gedanken, dass Führung, ob als Führungskraft oder Coach, immer nur gezielte Unterstützung zur Selbstführung sein kann.

Mit dem Positionenmodell betont NLP zudem die systemisch zentrale Bedeutung von Emphatie, Perspektivenvielfalt und Multiperspektivität. Das Positionenmodell verweist auch auf den bedeutungsvollen Stellenwert von Metaperspektive und Meta-Mirror, mit deren Hilfe Beobachter ihre eigenen Beobachtungen durch Distanz zum Geschehen relativieren können. Im Positionenmodell verbirgt sich darüber hinaus das Prinzip des Lernens in Feedbackschleifen bzw. des noch weiter führenden Doppelschleifenlernens. Denn Lernen heißt, Fehler als Feedback zu verstehen bzw. eigenes sowie fremdes Feedback sinnvoll zu integrieren.

NLP teilt zudem viele Annahmen der Positiven Psychologie. Nicht die Orientierung am Defizit, an Problemen und deren Ursachen, sondern die Bedingungen für gute Lösungen und Resilienz stehen im Mittelpunkt. NLP ist stark hinzu-orientiert, wie ein wichtiges Metaprogramm heißt. Es fördert die Entwicklung und Umsetzung positiver Ziele sowie Visionen und ankert positive Ressourceerfahrungen bewusst.  NLP selbst versteht sich als ein Positivmodell für gelungene Kommunikation.

Der Fokus auf Selbstführung, Lösungsorientierung und in Feedbackschleifen organisierte Lernprozesse macht NLP auch zu einer interessanten Methode im Bereich der agiler Methoden und der Ansätze im Umfeld von New Work. Nicht zuletzt der Akzent des NLP auf kreativ-visionäre Herangehensweisen, prototypisch verkörpert in der Walt-Disney-Strategie, erhöht die Aktualität des NLP.  NLP lehrt kommunikative Basisfertigkeiten und Haltungen, die in Zukunft immer bedeutungsvoller sein werden.

 

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