Wie kommt man vom Pacen zum Leaden?

Was bedeutet Pacen? Wozu ist es gut? Und wieso folgt dem Pacing in der zielgerichteten Kommunikation das Leaden? Diese Fragen stellen sich viele Einsteiger ins NLP und Coaching.

Im NLP bezeichnet Pacen die unwillkürliche, unbewusste Annäherung von Sprache, Sprechtempo sowie Körpersprache, wenn Menschen sich gegenseitig wahrnehmen und einen tragfähigen Kontakt aufbauen. Dieser Kontakt wird im NLP Rapport genannt. Durch aktives, bewusstes Pacen lässt sich Rapport aber auch gezielt erzeugen.

Vor allem für einen Coach ist die Fähigkeit zum schnellen Rappportaufbau mittels bewusstem Pacen entscheidend. Denn wenn der Coach Veränderungsimpulse setzen will, kann seine Arbeit nur auf der Basis einer guten Verbindung zum Klienten gelingen. Bleibt er allerdings im Pacing-Modus, geht der zielgerichtete Charakter der Coaching-Kommunikation verloren. Der Coach ist dann nur noch ein empathischer Zuhörer, der seinem Klienten seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt.

Da es aber die zentrale Aufgabe des Coachs ist, neue Sichtweisen anzuregen, braucht das Pacing eine Ergänzung durch Leading. Leaden bezeichnet die Fähigkeit, den guten Rapport im richtigen Moment zu nutzen, um dem Gespräch eine lösungsorientierte Wendung zu geben. Kann der Klient zum Beispiel nur die problematische, düstere Seite eines Geschehens erfassen, leadet der Coach ihn auf der Basis des durch Pacen erzeugten Vertrauens zu erweiternden Perspektiven.

Doch wie und wann vollzieht sich der Schritt vom Pacing zum Leading? Aus der Erfahrung wissen NLP-Anwender, dass Leaden erst erfolgreich ist, wenn tragfähiger Rapport besteht. Äußeres Zeichen dafür ist der Einklang der Körpersprache zwischen Coach und Klient. Bemerkt der Coach diesen Einklang, lohnt es sich, dem Klienten einen verbalen Impuls zu geben.

Doch nicht nur im Coaching nehmen das geschickte Pacen und Leaden einen bedeutungsvollen Stellenwert ein. In jeder Führungssituation ist es hilfreich, die (körper-)sprachlichen Grundlagen der Kommunikation mit Bewusstheit einzusetzen. Denn die Bereitschaft von Menschen, anderen Menschen zu folgen, setzt Vertrauen und Interesse füreinander voraus.