Lernen 11: Dosierte Reize setzen

Der Pädagoge Hugo Kükelhaus hat bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine griffige Formel geprägt, die aus neurodidaktischer Sicht beim Lernen immer Beachtung finden sollte: „Starke Reize hemmen. Überstarke zerstören. Schwache Reize wirken auslösend. Mäßige Reize entwickeln“ (Mit den Sinnen leben, Oldenburg 1989, S. 5). Die richtige Dosis, so auch das 11. Lernprinzip nach Renata Nummela Caine, gewährleistet den besten Lernerfolg.

Was Hugo Kükelhaus aus Erfahrung wusste, ist heute neurobiologisch gut begründet. Lernen braucht Herausforderung, denn das Herausbilden neuer Nervenzellen im Gehirn setzt moderate, doch wirkungsvolle Reize voraus. Nimmt die Reizstärke allerdings die Qualität von Negativ-Emotionen wie beispielsweise Angst oder Wut an, wird der Lernprozess im Gehirn blockiert. Alle Lehr-Methoden, die starken Stress hervorrufen, sind ganz offensichtlich kontraproduktiv.

Wer Menschen nachhaltig zu Lernerfolgen verhelfen möchte, ist am erfolgreichsten, wenn er eine vertrauensvolle Atmosphäre erzeugt. Im NLP wird dieses Prinzip Rapportaufbau genannt. Denn auf der Basis von Vertrauen bzw. Rapport trauen sich Lernende, alte Bahnen zu verlassen, Herausforderungen anzunehmen und auch mal das Risiko des Scheiterns einzugehen.