Was leisten paraphrasierende Fragen?

Wozu das, was der Gesprächspartner gerade gesagt hat, in eigenen Worten fragend wiederholen? Warum eine Frageschleife einbauen, wenn man in den meisten Fällen doch auch einfach direkt auf das Gesagte reagieren kann? Paraphrasierende Fragen, die das Verständnis für das Gesagte überprüfen, sind – an der richtigen Stelle im Gespräch genutzt – ein bedeutungsvolles Kommunikations-Tool.

Das Paraphrasieren ist die zentrale Technik des aktiven Zuhörens, entwickelt vom Psychologen Carl Rogers. Die gezielte Wiedergabe des Gehörten signalisiert hohe Aufmerksamkeit und stellt sicher, dass Zuhörer und Sprecher vom gleichen Verständnis ausgehen. Oft ist die Paraphrase für den Sprecher auch ein willkommener Spiegel, der es ihm erlaubt, sein Denken weiter zu präzisieren. „Verstehe ich Sie also richtig, dass Paraphrasieren beim klaren Denken sowie Formulieren helfen kann?“

Selbstverständlich ließe sich auch ohne Frageform paraphrasieren: „Ich habe verstanden, dass Paraphrasieren die Präzision in der Kommunikaton erhöht.“ Doch der Vorteil der Frageform beruht darauf, dass sie zugleich eine Einladung zur Stellungnahme des Paraphrasierten ausspricht: „Ja“, „Nein“ oder „Das habe ich so nicht gemeint“ sind mögliche Antworten auf diese Frage.

Genau diese Dynamik lässt paraphrasierende Fragen immer dann als nützlich erscheinen, wenn es im Gespräch darum geht, Richtungen einzuschlagen oder Entscheidungen zu fällen. Zum Beispiel geht es zu Beginn eines Gesprächs in der Regel um die Klärung des Gesprächsschwerpunkts oder Auftrags: „Gebe ich Ihre Gedanken richtig wieder, wenn ich formuliere, dass wir heute am Thema Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern arbeiten wollen?“ Ein klares „Ja“ auf diese Frage darf verstanden werden als ein kleiner mündlicher Vertrag.

Aber auch am Ende eines Gesprächs können paraphrasierende Fragen zum Einsatz kommen: „Fasse ich Ihre Vorstellung von den nächsten Schritten in Ihrem Sinne zusammen, wenn ich davon ausgehe, dass Sie gleich nächste Woche den Plan erstellen und die Kollegen davon unterrichten wollen?“ Antwortet der Befragte positiv, sind die besten Bedingungen für eine hohe Verbindlichkeit geschaffen.

Kann auch etwas schiefgehen beim Paraphrasieren? Ja, es kann. Eine allzu große Häufung von Paraphrasen und ein banal wirkendes Wiederholen der Gesprächsinhalte sorgt für eine Unterbrechung des Rapports zwischen den Gesprächspartner nach dem Motto: „Ich weiß doch selbst, was ich gerade gesagt habe. Spielen Sie hier bitte nicht den Papagei!