Wie funktionieren Ressourcefragen?

Wieviel Zeit verwenden Sie in einem Problemgespräch darauf, Menschen an ihre Fähigkeiten und Erfolge zu erinnern? Wie oft erwähnen Sie, welche Qualitäten Sie am Gegenüber wahrnehmen und schätzen? Wenn es um Probleme geht, vergessen wir schon mal, über den Rand des Themas hinwegzuschauen und normalerweise leicht zugängliche Ressourcen zu erkunden. Ressourcefragen sind in einem solchen Fall das passende Tool.

Die einfachste Form der Ressourcenfrage erkundet, mit welchen Ressourcen der Gesprächspartner zuvor Probleme erfolgreich bewältigen konnte. Warum sollte es nicht auch in diesem Fall möglich sein, eine Lösung zu finden? „Sie haben schon drei Kinder großgezogen? Wehalb sollte es Ihnen nicht auch bei der Nummer Vier gut gelingen? ….. Wie haben Sie es denn bei den anderen Kinden geschafft, die Doppelbelastung von Elternschaft und Beruf miteinander zu verbinden?“

Ressourcenfragen dürfen aber durchaus auch kreativ gestaltet sein: „Mal angenommen, Sie würden sich ein Zeugnis für Ihre bisherigen Erfolge beim Ausbalancieren von Privat- und Berufsalltag ausstellen. In welchen Fächer haben Sie Glanzleistungen vollbracht und in welchen gute Erfolge erzielt? Wie können Sie diese Qualitäten auch in der jetzigen Situation wiederaufleben lassen?“ Sehr hilfreich ist auch die Frage nach inspirierenden und damit ressourcenspendenden Menschen: „Welchen Menschen kennen Sie, der Ihnen als eine Art Modell für die Lösung Ihres Themas dienen kann?“

Ressourcen lassen sich interessanterweise nicht nur in der Vergangenheit finden. Auch die Zukunft hält viele Inspirationen bereit: „Wenn Ihre Kinder Ihnen in ein paar Jahren ein Zeugnis als Elternteil ausstellen, welche besonderen Fähigkeiten würden sie Ihnen dann attestieren? Wie können Sie jetzt gleich auf diese Fähigkeiten zurückgreifen? Und was wäre dann möglich?“ Ressourcen lauern überall. Sie wollen nur erfragt werden. Eine gute Frage erweckt auch scheinbar verloren gegangene Qualitäten schnell wieder zum Leben.