Was können Reframing-Fragen?

Reframing ist inzwischen über die Grenzen des NLP hinaus bekannt. Es hat sich herumgesprochen, dass wir mit Worten bewusst Rahmen bzw. Frames setzen können, die das Verständnis und den Umgang mit Themen erleichtern. Reframen lässt sich natürlich auch in Frage-Form. Wer fragend reframed, knüpft an die Aussagen des Gesprächspartners an, setzt sie jedoch in einen günstigeren Rahmen.

Ein Beispiel: Der Gesprächspartner beklagt den immensen Druck, unter dem er steht. Ihre Frage könnte lauten: „Wie viel Druck ist gerade noch hilfreich für Sie, um das anstehende Projekt zu lösen? Was lehrt Ihnen da Ihre eigene Erfahrung?“ Mit diesem Rahmen erhält der Gesprächspartner die Botschaft, dass Druck in einem gewissen Umfang auch nützlich sein kann. Und eventuell erinnert er sich an eigene Ressourceerfahrungen, die diese These belegen.

Ein weiterer Fall: Ihr Gesprächspartner konfrontiert Sie mit der Aussage „Ich komme auf keinen grünen Zweig“. Sie können nun dieses Bild aufgreifen und damit spielen: „Welche Qualitäten könnten Sie in sich mobilisieren, um leichter auf grüne Zweige zu kommen? Wie viel Grün müssen Sie wahrnehmen, um einen Zweig als grünen Zweig anzuerkennen? Was haben Sie gewonnen, wenn Sie erst einmal einen grünen Zweig erklommen haben?“

Gibt es eine systematische Anleitung, mit der Sie gute Frage-Reframings erzeugen können? Die Sleight-of-Mouth-Muster des NLP, zusammengestellt von Robert Dilts, zeigen, wie mit vierzehn logischen Herangehensweisen Reframings entstehen. Dilts SLOM-Muster erkunden zum Beispiel die Absichten des Gesprächspartners, definieren seine Formulierungen um, untersuchen die Konsequenzen seine Aussagen, ordnen sie in neue Zeitfenster ein oder arbeiten, wie beschrieben, mit Metaphern.

Was also können Reframing-Fragen? Sie lenken Blickwinkel um und erweitern sie, decken Ressourcen auf und machen die positiven Seiten scheinbar negativer Phänomen sichbar. Sie verdeutlichen, dass es Alternativen zur eigenen Perspektive auf ein Thema gibt und für selbstverständlich gehaltene Prämissen hinterfragt werden können. Reframing-Fragen erzeugen auf diese Weise eine neue Wirklichkeit, die dem Gesprächspartner mehr Handlungsfreiheit erlaubt.