Mit Zielfragen Lösungsräume erschließen

Woran würden Sie erkennen, dass Sie gelernt haben, in Gesprächen mit Mitarbeitern, Schülern oder auch Klienten Zielfragen sinnvoll zu nutzen? Eine Antwort könnte lauten, dass Sie und Ihre Gesprächspartner dann immer eine klare Vorstellung davon hätten, woran das Erreichen der angestrebten Ziele erkennbar ist. Zielfragen regen zu einem Vorgriff auf die erwünschte Zukunft an. Sie liefern Kriterien, mit denen Erfolge gemessen werden können.

Zielfragen helfen, sich den erstrebten Zustand mit allen Sinnen „auszumalen“. So entsteht eine facettenreiche Vision, die überaus motivierend wirken kann. Mal angenommen, dass Sie bereits ein brillianter Fragenformulierer wären, woran würden Sie Ihre Brillianz eindeutig erkennen? Und woran noch? Und woran würden dann andere Ihre Brillianz festmachen? Zielfragen präzisieren, worauf es beim Zielweg ankommt und wofür sich der Zielweg lohnt.

Zielfragen klären auch die Kriterien-Hierarchie: Welche der bereits von Ihnen genannten Ziel-Kriterien sind so entscheidend, dass ohne ihre Erreichung das Ziel aus Ihrer Sicht als gescheitert gilt? Welche Kriterien sind also Pflicht, und welche zählen zur Kür? Mit Hilfe solcher Abstufungen lassen sich schnell erste Erfolge wahrnehmen und der Elan zum Weitermachen stärken.

Zielfragen erweisen sich außerdem als nützlich, um zu erkunden, welches Ziel hinter dem Ziel der Gesprächspartner anstrebt. Was ermöglichen Sie sich durch die Zielerreichung? Welche Türen öffnen sich für Sie, wenn Sie diesen Weg gehen? Denn nicht selten setzen wir uns ein Ziel nur deshalb, weil es unserer Hypothese nach Voraussetzung für die Erfüllung unseres eigentlichen Wunsches ist. Alles in allem: Zielfragen öffnen den Raum in Richtung Zukunft, konkretisieren das Zukunftsbild und präzisieren die Anzeichen, auf die es dabei besonders zu achten gilt.